Hintergundwissen zum Mineral Quarz mit seinen Kristall Variationen; Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, und viel spannendem Wissen um die begehrten Schätze in den Alpen.

In den Alpen gibt es viele Fundstellen um die begehrten Quarze auch Kristalle genannt zu suchen. Eine dieser Gegenden befindet sich in der oberen Gemeinde des Bündner Oberlandes. In Tujetsch früher auch Tavetsch genannt. Eines der Schweizer Mekkas für Kristall und Mineralien Sucher. Dank einigen Spektakulären Fund-Gebieten wie das Val Giuv oder die Cavradischlucht ist Sedrun Weltbekannt unter den Mineralien-Sammlern.

Ein guter Überblick sowie Einblick in die Fund Möglichkeiten und Vielfalt der Mineralien suche gibt das Museum “La Truaisch” in Sedrun. Die Kristall und Mineralien Ausstellung zählt zu den schönsten der ganzen Schweiz. Auch im Aurira Shop in Sedrun, sind viele schöne Schätze zu bestaunen.

Doch beginnen wir von Anfang an ….

Die Alpenfaltungla faldada dallas alps

Durch Kontinentale Plattenverschiebungen verschiedener Gesteinsplatten, wurden unsere Alpen aufgefaltet. Diese Prozesse begannen vor etwa 16 bis 18 Millionen Jahre. In Mitteleuropa ist Afrika Richtung Norden gewandert und hat durch diese enormen Kräfte die heutigen Alpen hervorgebracht. Bei der Erhebung der Alpen sind die Gesteine gefaltet worden, dies hat zu Hohlräumen geführt, diese nennt man auch Zerrklüfte oder einfach Kluft / Klüfte. In diese Klüfte sind wässerige, gesättigte Lösungen eingedrungen. Diese Lösungen enthielten zum Beispiel Quarz, welcher ausfällt und einen sechs Eckigen, prismatischen Kristall bildet. Je nach Temperatur, Druck, und Gesteinszusammensetzung entstehen verschiedene Formen, Farben und Qualitäten der Kristalle und Minerale. Die zerklüfteten Alpen haben es erst ermöglicht, dass sich Kristalle in diesen Hohlräumen bilden konnten.

Eine solche Kluft zu finden und sie zu Tage zu fördern, ist der Idealfall für einen Strahler.

Der Strahler – il cava cristallas (romansich)

Strahler ist der Name für einen Kristall- und Mineraliensucher, welche in den Schweizer Alpen unterwegs und nach Klüften sucht, und gräbt.

Cava cristallas ist das Romanische Wort für Strahler. Es sind dies die kühnen Alpinisten die in den Bergen nach verborgenen Schätzen suchen. Die begehrten Schätze sind Kristalle und Minerale, welcher der Berg wohl behütet. Vorwiegend finden oder strahlen die Strahler Quarze, auch Kristalle genannt. Die chemische Formel für Quarz ist SiO2. Das sind zwei der am meisten vorkommenden Bestandteile / Elemente der Erdkruste. Um einen Überblick der Elemente zu bekommen hier das Periodensystem.

Als Quarze gelten Bergkristalle, Rauchquarze, ganz selten Amethyste, sehr selten Citrine. Diese Kristalle sind im Kristallgitter gefärbt. Kristalle die die Farbe von den Einschlüssen bekommt könne unter anderem Blauquarze, Grünquarze sein.

Auch unterscheidet man viele Kristallformen. Formvariationen wie Doppelender, Fadenquarz, Gwindel, Zepter, Dauphine, Japaner-Zwilling, Tessinger Habitus und einige weitere Formen sowie Formverzerrungen. Das Mineral Quarz wurde von Rudolf Rykart in seinem umfassenden Buch „Quarz-Monographie“ eindrücklich und umfassend beschrieben.

Eine Kristallkluft – in fuorn da cristallas

In Sedrun / Tujetsch findet man verschieden Gesteine und somit auch verschiedene Kluftarten. Eine Kluft bildet in der Regel eine Linse, die Kristalle sind meistens am Boden und an der Decke dieser Linse zu finden, jedoch gibt es auch sogenannte Schwimmer. Schwimmer sind Kristalle oder andere Minerale wie zum Beispiel Adular oder Calcit, die während dem Wachstum gebrochen wurden und danach, dank noch vorhandener gesättigter Lösung, an der Bruchstelle nochmals nachkristallisieren konnten. Diese Schwimmer sind bei Sammlern sehr beliebt, da diese rundherum verheilt sind, respektive keine Bruchflächen aufweisen. Die Art von Zerklüften in den Alpen wurden mehrfach beschrieben und von Fachleuten analysiert. Die Alpenklüfte sind zum Teil hydrothermaler Entstehungsart.

Bergkristalle – cristallas claras

Bergkristalle sind klare Quarze, Einzelspitzen oder Gruppen die entweder klar oder milchig weiss. Diese Kristalle sind in der Schweiz sehr häufig im Vergleich zu den übrigen Farb Variationen.

Wasserklare Kristalle, das heisst, ohne sichtbare Einschlüsse, nennt man auch Hyaline Quarze. Hyaline Quarze sind begehrt für die Schmuckherstellung, geschliffen und auf Hochglanz poliert sammeln sie das Tageslicht und lassen es funkeln fast wie bei Brillanten.

Rauchquarze – cristallas brinas

Diese Quarze wurden durch Einwirkung von Strahlungen braun gefärbt. Zum Teil so extrem, das man nicht mehr durch sehen kann, es gibt aber auch Rauchquarze mit nur ganz leichter cognac Farben. Die Intensität der Färbung hängt davon ab wie nah die Quarze an den Strahlungen waren als sie entstanden sind. Unter den Rauchquarzen gibt es noch eine Farbvariation welche Morion genant wird. Morione Kristalle sind in ihrer Farbintensität sehr dunkel, so dunkel dass wenn man diese Kristalle in die Sonne hält sieht man kaum hindurch.

Amethyste – ametistas

Diese Violetten Quarze sind im Verhältnis zu den Bergkristallen und Rauchquarze sehr selten. Es sind Quarze mit violetten Farbzentren. Diese entstehen durch Eiseneinlagerungen in dEM Kristallgitter. Amethyste sind meistens als Zepterbildungen zu finden. Bekannte Zonen sind Val Giuv, Cavradischlucht sowie Fieschergletscher.

Quarze mit Einschlüssen – cristallas cun inclusiuns

Die Kristalle wurden mit Fremdstoffen während der Wachstumsphase „verunreinigt“. Es gibt verschiedene Einschlussarten, eine der häufigsten Einschlüsse hier in der Surselva ist der grüne oder braune Chlorit.Zum Teil sind die Chloriteinschlüsse wie Dächer auf der Längsachse des Kristalls eingeschlossen “orientiert”.

Qualität der Kirstalle – qualitad dallas cristallas

Ob ein Kristall glasklar oder milchig ist, hängt von den Entstehungsbedingungen ab. Hat es genug Hitze gehabt? War genug Lösung vorhanden? Waren die Bedingungen stabil und ohne ruckartige Veränderungen? Das sind alles Faktoren, welche die Qualitätsunterschiede von einem Kristall ausmachen.

Mineralien – minerals

Als Minerale bezeichnet man Chemische Verbindungen die einen Festkörper bilden und auskristallisiert in der Natur zu finden sind. Die Gängisten Minerale sind Adular, Calcit, Pyrit und viele verschiedene Arten.

Kristall Fundregionen Graubünden

Gemeinde Tujetsch:

Val Val, Val Giuv, Val Milar, Caschlé, Val Strem, Druntobel, Val Nalps, Tgom, Cavradischlucht, Val Curnera, Val Maighels